Warum gibt es diese Initiative?

In den westlichen Demokratien erodiert die demokratische Kultur in erheblichem Ausmaß: Hassrede auf digitalen Plattformen kann zu Gewalt und Hetze in der analogen Welt führen, populistische Ideen dringen bis in die Mitte der Gesellschaft und politische VerantwortungsträgerInnen erfahren einen zunehmenden Vertrauensverlust. Dies bedroht den Zusammenhalt unserer offenen Gesellschaft. Obgleich die genannten Phänomene vor allem auf lokaler und nationaler Ebene spürbar sind, weisen ihre Ursachen auch eine internationale Dimension auf: Fake News und Wahlbeeinflussung aus ausländischen Quellen nehmen zu. Hetzkampagnen gegen JournalistInnen werden international befeuert. Populistische und extremistische AkteurInnen agieren zunehmend über Grenzen hinweg vernetzt und koordiniert – insbesondere in gemeinsamen Sprachräumen. Demgegenüber greifen nationale Lösungsansätze – auch auf Gesetzesebene – vielfach zu kurz. AkteurInnen und Organisationen, die sich für die Stärkung demokratischer Kultur einsetzen, agieren zu selten abgestimmt und zu oft bezogen auf ihre jeweiligen Teilöffentlichkeiten. Es besteht zudem Innovationsbedarf für das bisherige Repertoire der Demokratie- und Teilhabearbeit.